Stimme statt Text. Ein Corporate Podcast wirkt authentisch und gilt als Geheimwaffe beim Employer Branding. Er dient der Mitarbeiterbindung, dem Onboarding und der Positionierung am Arbeitsmarkt.
Wer will nicht als Arbeitgebermarke gut dastehen? Freilich gibt es zu Employer Branding zig Methoden. Ein unternehmenseigener Podcast ist sicherlich kein Allheilmittel, sondern eines von vielen Tools – aber ein verhältnismäßig kostengünstiges und wirkungsvolles. Doch was leistet ein Podcast beim Thema Employer Branding?
Ein Corporate Podcast, auch Unternehmens-Podcast genannt, kann unterschiedliche Ziele verfolgen. Etwa mit Content Marketing den Absatz ankurbeln, Kunden binden, Meinungsbildung betreiben, unterhalten, etc. (mehr im Beitrag Ziele des Corporate Podcasts). Aber eines tut er immer: Er betreibt Branding. Denn jegliche Kommunikation spielt in die Arbeitgebermarkt hinein. Dabei ist die akustische Ebene eine besondere Liga, sowohl bei der Kommunikation nach außen, als auch nach innen.
Stimme wirkt authentisch
Denken wir an Logos, Farben und Schriften – so sind Marken in der Regel visuell definiert. Wer Rundfunkwerbung macht, hat sich automatisch auch mit der akustischen sowie Ebene, etwa Jingles, Sounddesign, Audiologo beschäftigt.
Beim Podcast spielt die Stimme eine entscheidende Rolle. Weniger die Frage, welche Stimme es ist, sondern die Tatsache, dass Stimme ein besonders authentisches Mittel der Kommunikation ist. Stimme ist echt, gehört einem Menschen, hat Besonderheiten und ist in der Regel unverwechselbar. Stimme ist ein intimes Medium, das direkt ins Ohr geht. Sie wirkt vertrauensbildend.
Es muss kein Profisprecher sein. Oder besser gesagt: Bei Podcasts ist es sogar besser, wenn kein Profisprecher zum Einsatz kommt. Dialekt, sprachliche Besonderheiten, Stimmlage & Co. sind die Zutaten für authentische Kommunikation. Egal ob wir es wollen oder nicht: Stimme transportiert Emotionen und berührt daher den Empfänger auf der Gefühlsebene. Von einem geschriebenen Text kann man das nicht immer behaupten.
Nutzen Sie die Kraft Ihrer Mitarbeiter und binden Sie Ihre Mitarbeiter bei der Produktion eines eigenen Podcasts ein. Es finden sich bestimmt ein paar Personen in Ihrem Unternehmen, die gerne vor dem Mikrofon sprechen (wobei es die Mehrheit erfahrungsgemäß nicht gerne tut).
Worüber podcasten?
Wer einen Corporate Podcast starten möchte, für den gibt es drei Varianten:
Variante 1: Ein Podcast über das Unternehmen
Darin stellen Sie Ihr Unternehmen vor, berichten über Neuigkeiten, interviewen Mitarbeiter über Ihren Karriereweg, etc. Sie bedienen damit primär „Fans“ Ihrer Marke, liefern Infos potenzielle Bewerber und informiert Neuankömmlinge beim Onboarding.
Wie wär’s etwa mit eine Folge über die Unternehmensgeschichte, über technologische Meilensteine in der Firma, über neue Produkte/Dienstleistungen, Märkte, Akquisitionen, Strategien, …? Und dass es viel bequemer ist, einer Stimme zuzuhören, als ein 50-seitiges PDF zu lesen, liegt auf der Hand. Übrigens haben wir in diesem Absatz so ganz nebenbei schon den Redaktionsplan für die erste Podcast-Staffel festgelegt.
Variante 2: Ein Podcast mit „Überthema“
Kundengewinnung und -bindung mittels Content Marketing, Branding, Branchenpodcast (B2B), Info- & Unterhaltungsmedium (B2C). Sie verfolgen damit nicht primär das Ziel Employer Branding, doch spielt der Podcast unweigerlich in die Arbeitgebermarke hinein. Für die meisten Unternehmen ist dies der bessere Ansatz, da im Vornhinein ein größeres Publikum als lediglich die „Markenfans“ erreicht wird.
Variante 3: Interner Podcast
Podcasts müssen nicht zwangsläufig für jedermann auf Spotify oder Apple Podcasts verfügbar sein. Podcasts für die interne Kommunikation laufen hinter verschlossenen Türen. Mitarbeiter rufen sie etwa über RSS-Feeds oder über das Intranet ab. Interne Podcasts sind in der Regel weniger professionell produziert, da es sich um keinen Außenauftritt handelt. Sie fungieren als authentisches Tool, um Mitarbeiter auf dem Laufenden zu halten. Mehr dazu im Beitrag Mitarbeiter-Podcast: So gelingt die interne Kommunikation.
Corporate Podcasts für Employer Branding (Beispiele)
#wirsindliwest – der Podcast rund um die Arbeitswelt bei LIWEST
Der oberösterreichischen Internetanbieter LIWEST präsentiert sich in diesem Podcast als Arbeitgebermarke. Zu hören gibt es Interviews mit Mitarbeitern über ihre Karriere im Unternehmen, über Leadership-Themen sowie über Mitarbeiter-Benefits.
LiSTEN LiSEC
LiSEC ist der Weltmarktführer für Glasverarbeitungsmaschinen. Der Corporate Podcast LiSTEN LiSEC fungiert als B2B-Infomedium für diese Branche. Nebeneffekt: In der ersten Staffel dreht sich alles um die einzelnen Schritte in der Flachglasproduktion. Ideal als Onboarding für neue Mitarbeiter, um tief in die Technologien des Unternehmens und damit in das Kernbusiness einzutauchen. LiSEC ist ein zufriedener Kunde von mir.
myPodcast. Ein Medium der voestalpine.
Podcast über das Unternehmen Voestalpine, unter anderem mit Interviews über die HR-Strategie sowie Dekarbonisierung in der Stahlproduktion.
KPMG Karrierekompass
Der Wirtschaftsprüfer KPMG startete 2024 eine Serie namens Karrierekompass über Jobs und Karrieremöglichkeiten im Unternehmen. Sie ist eingebettet in den Corporate Podcast von KPMG „Impulse“.
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Foto: Brooke Cagle auf Unsplash